Arbeitsrecht: Habe ich Anspruch auf Lohnfortzahlung?

Unsere Leserin fragt: Ich bin 34, schwerbehindert und habe nach vielen Jahren der Erwerbsunfähigkeit am 1. Juni eine Beschäftigung als Minijobberin im Verkauf begonnen. Leider konnte ich die vereinbarte Arbeitszeit von drei Stunden und mehr am Tag nicht erfüllen, weil mich das körperlich zu sehr angestrengt hat. Deshalb habe ich den Vertrag nun in der Probezeit zum 1. September gekündigt, mit einer Frist von zwei Wochen. Nun möchte mein Arbeitgeber, dass ich 17 vertragsgemäße Minusstunden, die ich nicht gearbeitet habe, zurückzahle. Außerdem habe ich in der Woche, in der ich komplett wegen Krankheit ausgefallen bin, kein Recht auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, sagt er, und ich solle meine Kündigung zurückdatieren, so dass sie zum 31. Juli 2017 gültig ist. Kann er das fordern?Marta Böning vom Deutschen Gewerkschaftsbund antwortet: Ihr Chef kann von Ihnen nicht verlangen, Ihre Kündigung rückzudatieren, und davon würde ich Ihnen auch abraten. Hinsichtlich der Entgeltfortzahlung für die Zeit Ihrer Arbeitsunfähigkeit gilt für Sie als Minijobberin das gleiche wie für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Das heißt, dass Sie nach einer Wartefrist von vier Wochen ab Beginn des Arbeitsverhältnisses das Recht auf Lohnersatz von Ihrem Arbeitgeber haben. Sind Sie vor dem Ablauf der vier Wochen erkrankt, sollten Sie das Geld ab dem ersten Tag der fünften Woche erhalten.

Quelle: Arbeitsrecht: Habe ich Anspruch auf Lohnfortzahlung? – Wirtschaft – Tagesspiegel

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