Keine Chance: mich stellt niemand mehr ein

Stellenanzeige-TexasSo oder ähnlich lese ich es sehr oft in sozialen Netzwerken. Anschließend beginnt jemand über die doch laufende Konjunktur zu sprechen, der Nächste zweifelt die Arbeitslosenstatistik an und dann?

Dann deutet man an, die Schuldigen könnten ja die Unternehmen sein. Im gleichem Zug verstummt aber die Diskussion meistens mit dem Hinweis, dass es von Nachteil sein könnte, wenn man öffentlich über die Arbeitgeber herziehen würde. Am Ende war es nur ein kurzer Aufschrei, der ganz schnell wieder verpufft ist.

Sollte ich einmal Lust auf eine Diskussion haben, bemerke ich, welche Gruppen sich doch alle finden lassen, die sich benachteiligt fühlen.

 

Da sind:

  • zu junge Mitarbeiter, die Berufserfahrung fehlt,
  • zu alte Mitarbeiter, die nicht mehr leistungsfähig sind,
  • Alleinerziehende, die nicht zuverlässig zur Verfügung stehen,
  • Ausländer, die man schon am Namen in den Bewerbungsunterlagen erkennt,
  • Überqualifizierte, die für einen gering bezahlten Job nicht einsetzbar sind,
  • Behinderte, die man angeblich durch den Kündigungsschutz nicht entlassen kann
  • Frauen in einem Alter, in dem sie noch schwanger werden können
  • Langzeitarbeitslose, die sich in der Arbeitslosigkeit eingerichtet haben

Wenn Sie einer dieser, oder ähnlichen Gruppen angehören, haben Sie sicherlich schon sehr viele Bewerbungen geschrieben, viele Absagen bekommen oder oft auch überhaupt keine Nachricht.

Eventuell schätzt sogar die Arbeitsagentur oder das Jobcenter nun die Situation so ein, dass sie weniger als die sonst geforderten Bewerbungen pro Monat schreiben sollen. Einerseits sind Sie vielleicht froh darüber, es ist aber auch irgendwie eine „Bestätigung mit Stempel“, das für Sie keine großen Chancen mehr bestehen.

Das scheint der Moment zu sein, an dem man wirklich abgeschlossen hat. Denn egal an welcher Stelle und in welchem sozialen Netzwerk dieser Abschnitt erreicht wurde, stockt die Situation. Alles was dann noch läuft sind Wiederholungen.

Angesprochen darauf, dass man das Thema doch einmal gemeinsam in einer geordneten Runde angeht, setzt die große Publikumsflucht ein.

Arbeitssuchende befinden sich tatsächlich in der Situation, dass es Ihnen an der notwendigen Kreativität fehlt, was nicht verwunderlich ist, weil man meistens für sich alleine mit dem Problem der Jobsuche beschäftigt ist.

Man ist nicht in der Lage, aus den „Fehlern“ der Vergangenheit zu lernen und präsentiert sich möglichen Unternehmen so, wie es sich gehört. Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse. Man präsentiert sich, wie man ist und oft sind derzeitige Gefühlslagen aus den Informationen zu erkennen.

Unternehmen bekommen genau das geliefert, was sie eigentlich nicht suchen und die Bewerber wundern sich über die in Folge erscheinenden Absagen.

Dabei bestehen noch einige Möglichkeiten. Auf diese Möglichkeiten hat man aber nur Zugriff, wenn man sich mit jemanden verbündet, der Emotionen im gewissen Maß zwar zulässt, aber schnell wieder die Sachlichkeit in den Vordergrund rückt.

Für die, die es gerne öffentlich diskutieren möchten, bieten sich unsere Homepage und die Artikel in sozialen Netzwerken, wie Xing, Linkedin und Facebook an.

Sollten Sie mehr als diskutieren wollen, steht Ihnen Hans-Jürgen Schäfer von Netzwerk Arbeit als Ansprechpartner zur Verfügung. Nutzen Sie gerne auch auch das Formular unten, dessen Inhalte bei einer privaten Nachricht nicht veröffentlicht werden.

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4 Kommentare

  • Durch das Mindestlohngesetz sind neuerdings Praktikantenstellen im medizinischen Bereich gestrichen, das erschwert den Einstieg in einen medizinischen Beruf.

    • … und dann klagen die AG wieder: „Wir finden keine Stellenbesetzungen“ und rufen nach Fachkräftezuwanderung aus dem Ausland wofür erst einmal 100.000 „1-Euro-Jobs“ durch Frau Nahles eingerichtet werden. Und schon schließt sich der elende Kreislauf erneut …

      • Hier wird etwas durcheinander gebracht. Thema ist es, wie man Arbeitssuchenden bessere Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz ermöglichen kann und nicht, ob Frau Nahles 1-Euro-Jobs schafft, die nicht von normalen Unternehmen besetzt werden dürfen.

        Der „normale“ Mittelstand ist von 1-Euro-Jobs ausgenommen.

    • Ein Pflichtpraktikum ist weiterhin ohne Kosten für das Unternehmen und unter bestimmten Umständen sind Praktika auch weiterhin kostenlos möglich. Auf der anderen Seite wurde nun unterbunden – was schon immer gefordert wurde – das Praktikanten nicht unendlich ausgenutzt werden können.

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