Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen bei Ausbildungen: geprüft – aber nicht dokumentiert

Anerkennung ausländischer Zeugnisse, Ausbildung mit Aufenthaltstitel und Bürokratie bei der Ausländerbehörde sind Themen, mit denen sich viele Unternehmen, Bewerberinnen und Bewerber sowie Beratungsstellen täglich beschäftigen.

In unserer Praxis bei Netzwerk Arbeit e.V. erleben wir immer wieder Fälle, die zeigen, wie widersprüchlich und ineffizient bestehende Verfahren sein können.

Ein Praxisfall aus der Ausbildungs- und Vermittlungsarbeit

Eine Bewerberin aus Nepal hatte bereits eine Ausbildung in Deutschland begonnen.
Alle Voraussetzungen waren erfüllt – andernfalls wären weder ein Ausbildungsvertrag noch ein Aufenthaltstitel nach § 16a Aufenthaltsgesetz erteilt worden.

Das bedeutet eindeutig:
👉 Die schulische Vorbildung und Qualifikation wurden bereits geprüft und akzeptiert.

Nach dem Abbruch der Ausbildung stand die Bewerberin jedoch erneut vor einem bekannten Problem:
Bei neuen Bewerbungen verlangten Unternehmen eine Anerkennung der Schulzeugnisse – ein Dokument, das sie nicht vorlegen konnte, da ihr kein formeller Anerkennungsbescheid ausgehändigt worden war.

Anerkennung ausländischer Zeugnisse: Prüfung ohne Nachweis

Was viele nicht wissen – weder Bewerber noch Arbeitgeber:

  • Die Qualifikation wird im Rahmen von Visum, Kammern und Ausländerbehörde inhaltlich geprüft.
  • Diese Prüfung führt jedoch nicht automatisch zu einem schriftlichen Anerkennungsbescheid.
  • Endet der Ausbildungs- oder Aufenthaltszweck, endet auch der zugehörige Verwaltungsakt.
  • Bei einer neuen Ausbildung oder Beschäftigung beginnt der formale Prozess erneut.

Damit entsteht der Eindruck, dass Zeugnisse „nicht anerkannt“ seien – obwohl sie faktisch bereits akzeptiert wurden.

Wer ist von dieser Bürokratie betroffen?

Dieses System betrifft nicht nur ausländische Auszubildende:

  • Kandidaten verlieren Zeit und Sicherheit.
  • Unternehmen lehnen Bewerbungen aus formalen Gründen ab.
  • Personalvermittler und Beratungsstellen müssen Abläufe mehrfach erklären.
  • Behörden prüfen identische Sachverhalte wiederholt.

Das führt zu unnötigem Aufwand auf allen Seiten.

Bürokratieabbau bei Ausbildung und Integration – Theorie und Praxis

Politisch wird regelmäßig über Bürokratieabbau, Fachkräftesicherung und Integration gesprochen.
In der Praxis zeigt sich jedoch, dass einfache Lösungen fehlen.

Ein einmal ausgestelltes, zweckunabhängiges Dokument zur Anerkennung ausländischer Schulabschlüsse würde:

  • Bewerbungsprozesse beschleunigen
  • Unternehmen entlasten
  • Verwaltungsaufwand reduzieren
  • Integration nachhaltig verbessern

Der pragmatische Weg in der aktuellen Praxis

Solange sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht ändern, bleibt ein realistischer Ablauf:

  1. Zuerst ein konkretes Ausbildungs- oder Arbeitsplatzangebot finden
  2. Genehmigung über Ausländerbehörde und Arbeitsagentur
  3. Erneute Prüfung der Qualifikation im Genehmigungsverfahren

Dieser Weg ist umständlich, aber derzeit der einzig verlässliche.

Fazit: Anerkennung braucht Klarheit

Der geschilderte Fall zeigt:
Das System funktioniert formal – aber nicht effizient.

Als Netzwerk Arbeit e.V. begleiten wir Unternehmen und internationale Bewerberinnen und Bewerber durch diese Prozesse, erklären die Hintergründe und sorgen dafür, dass bürokratische Hürden nicht zum Abbruch von Ausbildung oder Beschäftigung führen.

Denn am Ende geht es um ein gemeinsames Ziel:
Qualifizierte Menschen in Ausbildung und Arbeit zu bringen – ohne unnötige Umwege.

Stellenangebot – Unterstützung in der Personalvermittlung. Homeoffice – Nebenverdienst

Tätigkeitsbeschreibung
Zur Unterstützung im Bewerbungsprozess suchen wir eine zuverlässige Person für den standardisierten Versand von Bewerbungs-E-Mails. Die Tätigkeit ist rein operativ, folgt einem festen Ablauf und erfordert keine Textgestaltung sowie keine inhaltlichen Entscheidungen.
Die Zusammenarbeit ist langfristig angelegt. Bei Eignung und Interesse kann das Aufgabengebiet perspektivisch erweitert werden.
Für die Tätigkeit wird ein fertig eingereichtes Notebook mit Zusatztastatur und Maus zur Verfügung gestellt. Ein Internetanschluss muss vom Bewerber zur Verfügung gestellt werden. Eigene Hardware kann nicht benutzt werden.
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Zeitlicher Umfang
• Gesamtaufwand: ca. 2–4 Stunden pro Woche
• Erwartet wird, dass die Aufgaben zeitnah bearbeitet werden
• Flexible Einteilung innerhalb des Tages, keine Blockarbeit am Stück
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Voraussetzungen (zwingend)
• Sicherer Umgang mit PC, Browser und E-Mail
• Flüssiges Tippen (kein Ein-Finger-System)
• Gute Orientierung auf Webseiten
• Konzentriertes, sorgfältiges Arbeiten
• Exaktes Befolgen von Arbeitsanweisungen
• Eigener Internetanschluss
• Deutschkenntnisse mindestens auf Niveau B1
Die Tätigkeit ist nur geeignet, wenn grundlegende Sicherheit im Umgang mit Computer und Internet besteht.
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Zielgruppe (besonders willkommen)

Angesprochen sind insbesondere auch:
• in Deutschland lebende Ausländerinnen und Ausländer,
• die selbst eine Ausbildung oder Qualifizierung in Deutschland absolvieren oder absolviert haben,
• und mit den Rahmenbedingungen und Herausforderungen unserer Bewerber vertraut sind.
Diese Erfahrung wird ausdrücklich begrüßt.
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Arbeitsweise
• Arbeiten strikt nach klarer Arbeitsanweisung
• Nutzung vorgegebener Benutzerkonten und E-Mail-Vorlagen
• Jede Bewerbung wird einzeln und sofort versendet
• Keine freien Formulierungen, keine Sammelaktionen
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Einarbeitung und Eignungstest
• Kurze Einarbeitung: ca. 30 Minuten
• Anschließender praktischer Eignungstest (remote)

Bestandteile des Tests:
o kurzer Online-Sprachtest (Deutsch B1)
o Tastaturtest (Fokus auf Treffsicherheit, nicht auf Höchstgeschwindigkeit)
o praktischer Ablauf-Test (Recherche → E-Mail-Versand)

Gesamtaufwand für Einarbeitung und Test: ca. 30–45 Minuten.

Erst nach bestandenem Test erfolgt der Einsatz mit echten Bewerbungen.
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Hinweis

Die Auswahl erfolgt ausschließlich anhand der praktischen Eignung im Test. Die Entscheidung ist sachlich und nicht verhandelbar.

Senden Sie Ihre Bewerbung bitte an info@netzwerk-arbeit.com.

Aktivrente beschlossen: Was seit 1. Januar 2026 gilt | handwerk.com

Seit dem 1. Januar 2026 gibt es die sogenannte Aktivrente: Dadurch können Rentner, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze freiwillig weiterarbeiten, jetzt bis zu 2000 Euro pro Monat steuerfrei hinzuverdienen . Jeder Euro, den sie darüber hinaus verdienen, muss versteuert werden.

Bundestag und Bundesrat haben die Aktivrente Ende 2025 im Rahmen des sogenannten Rentenpakets beschlossen.

Aktivrente: Wer profitiert – und wer nicht

Die Steuerbefreiung bei der Aktivrente gilt laut Bundesregierung ausschließlich für sozialversicherungspflichtig-beschäftigte Arbeitnehmer, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeiten. Für den steuerfreien Betrag fallen keine Einkommen- oder Lohnsteuern an. Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung müssen aber weiterhin gezahlt werden.

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Quelle: Aktivrente beschlossen: Was seit 1. Januar 2026 gilt | handwerk.com

Kurzarbeitergeld auf bis zu zwei Jahre verlängert

Das Bundeskabinett hat am 17. Dezember die  »Vierte Verordnung über die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld« beschlossen. Damit wird die Bezugsdauer für das KUG auf bis zu 24 Monate, längstens bis 31.12.2026 verlängert.

Betriebe, die sich bereits in Kurzarbeit befinden, haben dadurch die Möglichkeit, anstelle der regulären Bezugsdauer von 12 Monaten bis zu 24 Monate Kurzarbeitergeld für ihre Beschäftigten zu beziehen. Der Koalitionsausschuss hatte sich am 27. November 2025 auf die Verlängerung verständigt.

Die durch Kurzarbeit frei werdenden Arbeitszeitkapazitäten können von den Betrieben z. B. für Weiterbildungsmaßnahmen genutzt werden, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mitteilt. Die durch Kurzarbeit frei werdenden Arbeitszeitkapazitäten können von den Betrieben z. B. für Weiterbildungsmaßnahmen genutzt werden. Bei verbesserter Situation könnten die Betriebe ohne Such- und Einarbeitungsaufwände die Auslastung kurzfristig wieder erhöhen.

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Quelle: Kurzarbeitergeld auf bis zu zwei Jahre verlängert

„Angst vor Behörden?“ – Warum sie oft unbegründet ist und wie wir als Vermittler Brücken bauen

Viele Menschen, die wir bei Netzwerk Arbeit e.V. begleiten, bringen eines gemeinsam mit:
Sie haben Angst vor dem Kontakt mit Behörden.

Diese Angst ist real – und oft vielschichtig:

  • Angst, etwas falsch zu machen
  • Angst, nicht verstanden zu werden
  • Angst vor Ablehnung
  • Oder ganz einfach: Angst, weil man das System nicht kennt

Gerade für Menschen mit Migrationshintergrund, wenig Deutschkenntnissen oder geringer Erfahrung im Umgang mit deutschen Ämtern ist der Behördendschungel oft einschüchternd. Viele versuchen deshalb, den Kontakt zu vermeiden – was leider genau das Gegenteil dessen bewirkt, was ihnen helfen würde.


Unsere Erfahrung: Behörden handeln oft lösungsorientiert

Was uns dabei immer wieder erstaunt – und ehrlich gesagt auch freut:
Die meisten Behörden, mit denen wir zu tun haben, arbeiten sachlich, freundlich und durchaus unterstützend.

Man hat nicht das Gefühl, dass Hilfe nur deshalb verweigert wird, weil sie Geld kostet. Vielmehr nehmen sich viele Sachbearbeiter*innen Zeit, reagieren offen auf Nachfragen, und zeigen auch im Schriftverkehr eine persönliche Note. Das ist keine Selbstverständlichkeit – und verdient Anerkennung.


Vermittler sein heißt Brücken bauen

Wir glauben, dass ein wichtiger Teil dieses Gelingens mit unserer Rolle als Vermittler zu tun hat.
Als Verein stehen wir zwischen den Antragstellern und den Behörden. Wir…

  • helfen bei der Formulierung von Anträgen,
  • sorgen für vollständige Unterlagen,
  • übernehmen die Kommunikation,
  • und vermitteln im Zweifel auch zwischen den Erwartungen beider Seiten.

Das bringt nicht nur mehr Sicherheit für die Antragsteller, sondern auch Entlastung für die Sachbearbeiter. Der Prozess wird effizienter, Missverständnisse seltener – und der Ton bleibt konstruktiv.


Behördenarbeit ist keine Gegenseite – sondern Teil der Lösung

Der Umgang mit Behörden kann freundlich, respektvoll und lösungsorientiert sein.
Aber: Nur selten gelingt das allein. Menschen, die sich im System nicht auskennen, brauchen Unterstützung – und genau da setzen wir an.

Die Angst vor Behörden ist nachvollziehbar.
Doch unsere Erfahrung zeigt: Sie ist oft unbegründet – wenn man den richtigen Weg kennt.


Autor: Hans-Jürgen Schäfer
Verein: Netzwerk Arbeit e.V.

Internationale Personalvermittlung: Warum Verantwortung, Geduld und Augenmaß entscheidend sind

Der Fachkräftemangel in Deutschland ist Realität. Insbesondere in Bereichen wie Pflege, Gesundheit, Handwerk und Dienstleistung sind Unternehmen bereits heute auf qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Internationale Personalvermittlung ist deshalb kein Randthema mehr, sondern ein zentraler Bestandteil nachhaltiger Personalstrategien. Gleichzeitig zeigt die Praxis:  internationale Vermittlung verläuft nicht immer geradlinig. Wer erwartet, dass Bewerbungsprozesse weltweit nach denselben Maßstäben, Zeitplänen und Abläufen funktionieren wie in Deutschland, wird schnell an Grenzen stoßen.

Warum dauert internationale Vermittlung manchmal länger?

Internationale Vermittlung ist häufig komplexer, als es auf den ersten Blick wirkt. Das liegt nicht an mangelnder Motivation oder Qualifikation, sondern oft an den Rahmenbedingungen vor Ort. Je nach Land, Region und persönlicher Situation können Faktoren eine Rolle spielen, die aus deutscher Sicht ungewohnt sind. Unterschiedliche Rahmenbedingungen weltweit. Was in Deutschland selbstverständlich ist – stabile Kommunikationswege, verlässliche Erreichbarkeit, klare Verwaltungsprozesse – ist in vielen Ländern nicht gegeben. Je nach Region können unter anderem folgende Faktoren die Dauer eines Vermittlungsprozesses beeinflussen:

  • eingeschränkte oder instabile Kommunikationsmöglichkeiten
  • rechtliche und administrative Hürden
  • politische oder wirtschaftliche Unsicherheiten
  • eingeschränkte Mobilität
  • kulturell unterschiedliche Erwartungen an Bewerbungsprozesse

Diese Rahmenbedingungen beeinflussen nicht die Qualifikation oder Motivation eines Menschen, wohl aber die Planbarkeit und Verlässlichkeit eines Vermittlungsprozesses.

Verantwortung bedeutet manchmal auch Zurückhaltung

Als Personalvermittlung sehen wir unsere Aufgabe nicht darin, Lebensläufe um jeden Preis weiterzuleiten. Verantwortung heißt auch, realistisch einzuschätzen, wann eine Vermittlung sinnvoll ist – und wann nicht. Nicht jede Verzögerung ist Desinteresse. Nicht jede Funkstille ist Unzuverlässigkeit. Manchmal sind Menschen schlicht nicht in der Lage, frei, offen oder zeitnah zu  kommunizieren. In solchen Situationen ist es verantwortungsvoller, abzuwarten, statt Druck auszuüben oder Erwartungen zu erzeugen, die aktuell nicht erfüllt werden können. Das schützt sowohl die Kandidaten als auch die Unternehmen.

Was das für Kandidaten bedeutet

Internationale Bewerberinnen und Bewerber unterstützen wir gerne und mit großem Engagement. Gleichzeitig ist eine erfolgreiche Vermittlung nur möglich, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:

  • strukturierte und nachvollziehbare Angaben zum beruflichen Werdegang
  • Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung
  • transparente Kommunikation über Verfügbarkeit und Rahmenbedingungen
  • realistische Einschätzung des eigenen Handlungsspielraums

Manchmal ist der richtige Zeitpunkt für eine Bewerbung in Deutschland einfach noch nicht gekommen. Das ist kein Scheitern, sondern Teil eines verantwortungsvollen Prozesses.

Was Unternehmen davon haben

Für Unternehmen bedeutet dieser Ansatz vor allem eines: Sicherheit.

Wir stellen nur dann aktiv vor, wenn:

  • Unterlagen belastbar sind
  • Kommunikation verlässlich ist
  • Verfügbarkeit realistisch eingeschätzt werden kann

So vermeiden wir Fehlbesetzungen, unnötige Erwartungen und spätere Enttäuschungen. Nachhaltige Personalgewinnung bedeutet nicht Schnelligkeit um jeden Preis, sondern Passgenauigkeit.

Internationale Fachkräfte bleiben unverzichtbar

All diese Herausforderungen sind kein Grund, sich von ausländischen Fachkräften abzuwenden. Im Gegenteil: Ohne internationale Fachkräfte wird der Fachkräftemangel in Deutschland nicht zu bewältigen sein.

Die Lösung kann daher nicht Rückzug oder Abschottung sein, sondern ein professioneller Umgang mit unterschiedlichen Lebensrealitäten. Erfolgreiche internationale Vermittlung erfordert:

  • Geduld
  • situatives Verständnis
  • kulturelle Sensibilität
  • klare Qualitätsmaßstäbe
  • und die Bereitschaft, Prozesse flexibel zu gestalten

Nicht alles läuft weltweit in den gewohnten Bahnen – und das muss es auch nicht. Entscheidend ist, dies zu erkennen und verantwortungsvoll damit umzugehen, statt vorschnell aufzugeben.

Unser Selbstverständnis

Wir verstehen internationale Personalvermittlung als Prozess, nicht als schnelle Platzierung. Dazu gehört, Chancen zu erkennen – aber auch Grenzen zu respektieren.
Unser Ziel ist es, Menschen und Unternehmen zusammenzubringen, wenn die Voraussetzungen dafür stimmen. Manchmal bedeutet das, aktiv zu vermitteln. Manchmal bedeutet es, abzuwarten. Beides ist Teil verantwortungsvoller Arbeit.

Konjunktur: Viele Wirtschaftsverbände rechnen mit Stellenabbau im neuen Jahr – Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Auch 2026 bringt kein umfassendes Ende der Wirtschaftskrise, zeigt die traditionelle Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Vor allem in der Industrie bleibt die Lage schlecht. Positives gibt es von der Bauwirtschaft und den Dienstleistern.

Die Probleme am Arbeitsmarkt setzen sich auch 2026 fort: 22 von 46 Wirtschaftsverbänden rechnen 2026 mit einem Stellenabbau. Nur neun Verbände erwarten mehr Mitarbeiter in ihrer Branche, 15 gehen von einer stabilen Beschäftigung aus. Das zeigt die IW-Verbandsumfrage, für die das Institut traditionell Branchenverbände nach der aktuellen Lage, den Aussichten, geplanten Investitionen und Jobchancen befragt.

Hinter den schlechten Ergebnissen stehen altbekannte Ursachen: Die deutsche Wirtschaft leidet unter weltweit zunehmendem Protektionismus und einer anhaltenden Exportschwäche. Hohe Standortkosten verschlechtern zusätzlich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit. Davon ist vor allem die Industrie betroffen: Unter anderem rechnen Automobilindustrie, Papierindustrie und Textilindustrie mit Produktionsrückgängen im neuen Jahr.

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Quelle: Konjunktur: Viele Wirtschaftsverbände rechnen mit Stellenabbau im neuen Jahr – Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

 

 

Warum es für junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt gerade besonders schwierig ist – und was jetzt wirklich hilft

Viele junge Menschen sind verunsichert.
Schule oder Ausbildung abgeschlossen – und trotzdem klappt der Einstieg ins Berufsleben nicht so, wie erhofft. Bewerbungen bleiben unbeantwortet, Absagen kommen ohne Begründung, Perspektiven fehlen.

Aktuell wird dieses Bild auch von der Bundesagentur für Arbeit bestätigt:
Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind für viele Arbeitsuchende – insbesondere für Berufseinsteiger – so schwierig wie seit Jahren nicht mehr.

Gute Noten allein reichen oft nicht mehr

Lange galt:
Abschluss machen, bewerben, Job finden.

Diese Rechnung geht heute immer seltener auf. Nicht, weil junge Menschen „schlechter“ wären – sondern weil sich der Arbeitsmarkt verändert hat.

Unternehmen achten heute stärker auf:

  • konkrete Einsatzfähigkeit
  • Flexibilität
  • Bereitschaft zur Weiterentwicklung
  • realistische Berufsvorstellungen

Wer sich sehr früh auf einen einzigen Beruf oder eine bestimmte Wunschregion festlegt, schränkt seine Chancen oft unbewusst stark ein.

Mobilität ist kein Luxus, sondern ein Faktor

Ein Punkt, der immer wieder genannt wird – auch von der Bundesagentur für Arbeit – ist Mobilität.

Das bedeutet nicht, dass jeder sofort quer durch Deutschland ziehen muss.
Aber: Wer grundsätzlich bereit ist, seinen Suchradius zu erweitern, hat deutlich mehr Möglichkeiten.

Gerade in der Ausbildung und beim Berufseinstieg gilt:

Der erste Schritt muss nicht der perfekte sein – er muss ein tragfähiger sein.

Weiterbildung ist kein Zeichen von Schwäche

Viele Jugendliche empfinden Weiterbildung als „Notlösung“.
In Wahrheit ist sie oft der entscheidende Hebel, um aus der Warteschleife herauszukommen.

Sprachkenntnisse, Zusatzqualifikationen, Praxiserfahrung – all das erhöht nicht nur die Chancen, sondern auch das Selbstbewusstsein im Bewerbungsprozess.

Stillstand ist heute das größere Risiko.

Offenheit für andere Berufe schafft Perspektiven

Ein besonders sensibler Punkt:
Nicht jeder Wunschberuf ist aktuell realistisch erreichbar.

Das bedeutet nicht, den Traum aufzugeben – sondern Zwischenschritte zu akzeptieren. Viele erfolgreiche berufliche Wege beginnen nicht dort, wo sie später ankommen.

Wer bereit ist,

  • verwandte Berufe in Betracht zu ziehen,
  • Umwege als Lernphasen zu sehen,
  • Erfahrungen zu sammeln statt zu warten,

verschafft sich echte Optionen.

Orientierung schlägt Aktionismus

Was wir immer wieder sehen:
Jugendliche bewerben sich viel – aber oft ohne klare Strategie.

Viele Bewerbungen ersetzen keine gute Vorbereitung.

Wichtiger als „mehr Bewerbungen“ sind:

  • realistische Einschätzung der eigenen Situation
  • saubere, verständliche Bewerbungsunterlagen
  • Klarheit über Ziele, Möglichkeiten und Alternativen

Unser Fazit

Der Arbeitsmarkt ist aktuell anspruchsvoll – besonders für junge Menschen.
Aber er ist nicht verschlossen.

Wer bereit ist,

  • beweglich zu bleiben,
  • dazuzulernen,
  • Verantwortung für den eigenen Weg zu übernehmen,

verbessert seine Chancen deutlich.

Nicht alles lässt sich sofort erreichen.
Aber fast immer lässt sich ein erster, sinnvoller Schritt gehen.

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