Azubis sollen Mindestlohn bekommen

“Im Rahmen der Novelle des Berufsbildungsgesetzes werden wir eine Mindestausbildungsvergütung im Berufsbildungsgesetz verankern”, heißt es im Koalitionsvertrag. Das Gesetz solle bis zum 1.  August  2019 beschlossen werden und zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Eine Höhe wurde nicht genannt.

Während die Gewerkschaften den Vorstoß begrüßen, stößt er beim Zentralverband des  Bäckerhandwerks auf Kritik: “Wir sehen die Gefahr, dass einige Betriebe dann nicht mehr ausbilden“, sagt Verbandspräsident Michael Wippler. Die Festlegung der Ausbildungsvergütung sollte wie bisher Sache der Sozialpartner sein.

Dass nur ein Gesamtpaket aus guter Ausbildung, angemessener Vergütung und klaren Perspektiven junge Leute für die Lehre begeistern kann, zeigt auch die Praxis.

Im Bäckerhandwerk fehlen Azubis

So erlebt Ulrike Keim-Rittelmann derzeit eine Ausbildungssituation wie es sie noch nie gab. “2017 konnten wir zum ersten Mal nicht alle Lehrstellen besetzen”, sagt die Ausbildungsbeauftrage der mittelständischen Bäckerei Keim mit 50 Fachgeschäften und rund 450 Mitarbeitern in der Region Stuttgart. “Fünf von zehn Lehrstellen für Fachverkäufer und Fachverkäuferinnen waren im Herbst noch frei.”

Dabei ist die Bäckerei für ihre solide Ausbildung bekannt: Wer möchte und die Voraussetzungen mitbringt, kann im zweiten Lehrjahr sogar für ein paar Wochen nach England. Gereicht hat es trotzdem nicht: “Wir hatten einfach zu wenig Bewerbungen”, betont Keim-Rittelmann. Erst im Winter konnte sie noch zwei Stellen nachbesetzen. Ein Flüchtling war auch dabei.

Quelle: Azubis sollen Mindestlohn bekommen – dhz.net

Nachricht zum Beitrag an Netzwerk Arbeit senden: