Deutsche Bank: Nur noch 300 schaffen es über die Millionengrenze

Die Deutsche Bank hat den Gürtel enger geschnallt: John Cryan verzichtet freiwillig auf 400.000 Euro Gehalt. Auch die Zahl der Einkommensmillionäre des Geldhauses geht drastisch zurück, zeigt der Geschäftsbericht.FacebookTwitterGoogle+XingLinkedin 21Der Chef der Deutschen Bank verdient freiwillig weniger. Quelle: dpaJohn CryanDer Chef der Deutschen Bank verdient freiwillig weniger.(Foto: dpa)FrankfurtDeutsche-Bank-Chef John Cryan hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, wie er über das Gehaltsniveau seiner Branche denkt. „Ich glaube, dass die Leute im Bankensektor zu viel Geld verdienen“, sagte der Brite einmal kurz nach seinem Amtsantritt im Herbst 2015. Das schließt das eigene Institut mit ein: „Wir bezahlen einfach durch die Bank zu gut“, rügte Cryan.Daraus hat er Konsequenzen gezogen, auch für sich selbst: Er ließ sein Fixgehalt um rund zehn Prozent auf 3,4 Millionen Euro kürzen, wie aus dem neuen Vergütungssystem hervorgeht, das die Bank am Montag veröffentlichte. Im vergangenen Jahr hatte Cryan noch 3,8 Millionen Euro verdient. Besser gestellt werden dafür seine beiden Stellvertreter, Marcus Schenck und Christian Sewing, deren Fixgehalt von 2,4 Millionen auf drei Millionen Euro steigt.Schon im vergangenen Jahr gab sich der Vorstand angesichts eines Milliardenverlustes für die Bank bescheiden. Der Vorstand verzichtete auf jedwede variable Vergütung für das Geschäftsjahr und auch die individuellen Boni für die Mitarbeiter wurde gestrichen. Nur die Gruppenleistung wird ausgeschüttet. Dadurch sinken die Ausgaben für die variable Vergütung um 77 Prozent.Das sind die Top-Verdiener im Dax. Quelle: AFP; Foto: Yuri GripasVorstandsvergütungAn der SchamgrenzePremiumVorstandsgehälter über zehn Millionen gelten Kritikern als unanständig. Einige Dax-Konzerne kappen auch daher die Vergütung. Dabei könnten ihre Chefs viel mehr bekommen – allen voran Top-Verdiener Bill McDermott von SAP. mehr…Vor allem für die verwöhnten Investmentbanker dürfte das eine böse Überraschung gewesen sein. Die Zahl der Einkommensmillionäre ist um 60 Prozent auf 316 Personen gesunken, wie aus dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Die Gesamteinkünfte der so genannten „Material Risk Taker“, also der Mitarbeiter, die einen wesentlichen Einfluss auf das Risikoprofil der Deutschen Bank haben, sank dadurch um rund 40 Prozent auf insgesamt 1,6 Milliarden Euro.Auch bekamen die Deutsche-Bank-Mitarbeiter insgesamt weniger Geld: Ihre Gesamtvergütung sank von 10,5 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf 8,9 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Kleiner Trost: In diesem Jahr soll es auch für die Mitarbeiter wieder besser laufen. „Wir planen im Jahr 2017 zu unseren normalen Vergütungsprogrammen zurückzukehren“, schreibt der Vorstand im Geschäftsbericht.Außerdem gibt es weniger Menschen, die bei der Bank arbeiten. So sank die Zahl der Mitarbeiter 2016 um 1.360 Menschen oder 1,3 Prozent auf 99.744 Vollbeschäftigte insgesamt. Die Bank sei bestrebt gewesen, Stellen vorzugsweise mit internen Bewerbern zu besetzen, hieß es in dem Geschäftsbericht.Aktie rutscht ans Dax-EndeNach zwei verlustreichen Sanierungsjahren macht die Deutsche Bank den Anlegern Hoffnung auf bessere Zeiten – bislang allerdings mit wenig Erfolg. Mit einem Minus von 1,9 Prozent war die Deutsche-Bank-Aktie nach Veröffentlichung des Geschäftsberichts am Montag Schlusslicht im Dax.McDermott, Zetsche, KaeserDas sind die Spitzenverdiener im Dax Platz 10: Werner Baumann Bild 1 von 10 Der Manager ist seit Mai 2016 Vorstandsvorsitzender von Bayer. Seine erste wichtige Amtshandlung war das Übernahmeangebot von Bayer mit dem US-Saatgutriesen Monsanto. 2016 verdiente der 54-Jährige 6,4 Millionen Euro und landet damit auf Platz zehn. Sein Vorgänger Marijn Dekkers hatte 2015 eine fast genauso hohe Vergütung erhalten. Quelle: Dr. Heinz Evers Vergütungsberatung für das Handelsblatt (Foto: dpa) Platz 9: Frank Appel Bild 2 von 10 Seit 2008 ist Appel Chef der Deutschen Post. Der 55-Jährige studierte Chemie und Neurologie und arbeitete danach zunächst als Berater und Projektleiter bei McKinsey & Co. Im vergangenen Jahr verdiente er 6,6 Millionen Euro – ein Plus von rund 500.000 Euro. (Foto: dpa) Platz 8: Stefan Oschmann Bild 3 von 10 Den achten Platz belegt der Vorstandschef des Chemie- und Pharmakonzerns Merck. Oschmann hat diese Position seit Mai 2016 inne. Er verdiente im abgelaufenen Jahr 6,9 Millionen Euro. Sein Vorgänger Karl-Ludwig Kley hatte 2015 noch 9,5 Millionen Euro bezogen. (Foto: dpa) Platz 7: Joe Kaeser Bild 4 von 10 Der Siemens-Chef klettert er als erster des Rankings über die 8-Millionen-Marke und verdiente im vergangenen Jahr 8,2 Millionen Euro – etwa 600.000 Euro mehr als 2015. Zuletzt geriet er in die Schlagzeilen, weil er US-Präsident Donald Trump unter anderem wegen der Ausgrenzung von Ausländern kritisierte. (Foto: AP) Platz 6: Herbert Hainer Bild 5 von 10 Der Manager ging nach 15 Jahren an der Spitze von Adidas

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