Eine neuerliche Industrialisierung ist utopisch

Ein Bild des berühmten Fotografen Andreas Gursky zeigt eine Montagehalle der Firma Siemens in Karlsruhe. Hunderte Kabel ziehen sich von der Decke, Transportwagen mit Kleinteilen stehen ordentlich aufgereiht. Dazwischen hängen und liegen noch mehr Kabel, penibel auf Scheiben gerollt. Die Arbeiter sind in dieser Szenerie von gigantischer Kleinteiligkeit kaum zu sehen: Sie sitzen an schmalen Tischen der Kabelfabrik, die meisten von ihnen in weißen Kitteln, wie begraben unter dem Material. Die Fotografie stammt aus dem Jahr 1991. Es ist unwahrscheinlich, dass es diese Arbeit und die Arbeiter heute, fast eine Generation später, überhaupt noch gibt – und schon gar nicht an diesem Ort, wo Löhne gezahlt werden, die deutlich höher ausfallen als in anderen Ländern. Falls diese Arbeitsplätze noch existieren sollten, befinden sie sich vermutlich längst in Rumänien, in Bangladesch oder Taiwan.

Quelle: Eine neuerliche Industrialisierung ist utopisch – Kultur – Süddeutsche.de

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