Erfolgsstory: Aufenthalt gerettet – schnelle Hilfe für eine Auszubildende aus Nepal

Ein unerwarteter Aufhebungsvertrag mit großen Folgen

Unsere Kandidatin Frau S. R., ursprünglich aus Nepal, befand sich in einer Ausbildung in der Systemgastronomie.
Während der Probezeit wurde sie plötzlich vom Arbeitgeber aufgefordert, einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben.

Ohne Kenntnisse der rechtlichen Hintergründe und unter Druck der Situation unterschrieb sie – nicht wissend, dass dies als eigenständige Beendigung des Ausbildungsverhältnisses gilt.


Warum das gefährlich war

Bei einer selbst veranlassten Beendigung einer Ausbildung kann die Ausländerbehörde laut Aufenthaltsgesetz die Verlängerung verweigern oder sogar den Aufenthaltstitel entziehen.

Für Frau S. R. bestand damit das akute Risiko,

  • ihren Aufenthaltstitel zu verlieren,
  • zur Ausreise aufgefordert zu werden,
  • und keinen neuen Ausbildungsplatz aufnehmen zu können.

Sofortiges Eingreifen durch Netzwerk Arbeit e.V.

Noch am selben Abend, an dem sie sich bei uns meldete, haben wir die Situation vollständig erfasst und entschieden, sofort zu handeln.

Wir haben den damaligen Geschäftsführer per Telefax informiert und deutlich dargestellt, dass der Aufhebungsvertrag nicht akzeptabel ist.
Stattdessen forderten wir eine ordnungsgemäße Kündigung innerhalb der Probezeit – die juristisch korrekte Vorgehensweise.


Ergebnis nach nur zwei Stunden

Bereits weniger als zwei Stunden später erhielten wir eine Nachricht der Kandidatin:

Der Arbeitgeber hatte reagiert und eine
ordnungsgemäße Kündigung während der Probezeit
ausgestellt.

Damit war der Aufhebungsvertrag gegenstandslos und das Risiko für Frau S. R. vollständig beseitigt.


Aufenthalt gesichert – ohne Komplikationen mit der Behörde

Durch unser schnelles Eingreifen konnten wir:

  • die Gefahr eines Visumverlustes vollständig abwenden,
  • unnötige Gespräche mit der Ausländerbehörde vermeiden,
  • und der Kandidatin eine sichere Basis für ihre berufliche Zukunft verschaffen.

Wie es jetzt weitergeht

Wir begleiten Frau S. R. weiterhin aktiv:

  • wir erstellen neue professionelle Bewerbungsunterlagen,
  • unterstützen sie bei der Suche nach einem Teilzeitjob zur Sicherung des Lebensunterhalts,
  • und stehen ihr bei der Vermittlung in einen neuen Ausbildungsplatz in Berlin zur Seite.

Ein weiteres Beispiel dafür, wie Netzwerk Arbeit e.V. Menschen in schwierigen Situationen unterstützt – mit
Erfahrung, Entschlossenheit und echter Verantwortung.

Wichtiger Hinweis für Auszubildende und Arbeitnehmer

Dieser Fall zeigt sehr deutlich, wie wichtig es ist, sich nicht unter Druck setzen zu lassen – besonders dann, wenn man die rechtlichen Folgen eines Dokuments nicht genau kennt.

Wer plötzlich aufgefordert wird, einen Aufhebungsvertrag, eine „Vereinbarung“ oder ein „Formular zur Beendigung“ zu unterschreiben, sollte:

  • sich die Situation nicht aufzwingen lassen,
  • nichts sofort unterschreiben,
  • und sich unbedingt schnell an eine erfahrene Person wenden,
    zum Beispiel an einen Berater, eine Vertrauensperson, den Betriebsrat oder eine fachkundige Stelle wie Netzwerk Arbeit e.V.

Oft lassen sich dadurch spätere Schäden, Visumsprobleme oder Schwierigkeiten mit Behörden vollständig vermeiden.