Geringverdiener: Wenn sich die Arbeit nicht lohnt

Die Sache mit der Motivation kann jeder für sich selbst durchspielen: Angenommen, Ihr Arbeitgeber möchte Ihnen mehr Geld zahlen, Sie müssten nur etwas mehr arbeiten. Was sagen Sie? Viele werden antworten: Das kommt auf die Bedingungen an. Sagen wir also, es geht um 300 Euro mehr im Monat für einen weiteren Arbeitstag. Klingt erst mal nicht schlecht. Bloß kämen von diesen 300 Euro brutto nur 30 Euro netto auf Ihrem Konto an, der Rest würde für Steuern und Sozialabgaben abgezogen. Wie motiviert wären Sie jetzt? Die meisten werden abwinken, zu Recht.

Genau diese Frage ist es, vor der viele Geringverdiener stehen. Sie offenbart einen der größten Schwachpunkte im System der Sozialleistungen und ist eine der Erklärungen dafür, weswegen so viele Menschen Hartz IV und begleitende Sozialleistungen beziehen.

Es geht längst nicht nur um Gar-nicht-Arbeiter und Langzeitarbeitslose, sondern vor allem um Arbeitende, die so wenig verdienen, dass sie trotzdem Geld vom Staat bekommen. Arbeitende wie Thomas Schmidt zum Beispiel. Er ist ungelernter Arbeiter in einer Fabrik, die überall in Deutschland stehen könnte, sein Name ist frei erfunden. Aber Schmidt ist ein typischer Fall: Er hat eine Frau, die nicht arbeitet, und zwei kleine Kinder. Er war arbeitslos, bekam Arbeitslosengeld II, fand dann eine Stelle, sein Verdienst liegt bei rund 22.900 Euro im Jahr, das sind 1.908 Euro Brutto im Monat.

Quelle: Geringverdiener: Wenn sich die Arbeit nicht lohnt | ZEIT ONLINE

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