Kolumne „Mein Urteil“: Wann wird aus normalem Streit Mobbing?

In vielen Unternehmen wächst der Arbeitsdruck, und das kann sich auf die Stimmung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern niederschlagen. Wer permanenter Überwachung oder ständiger Gängelei ausgesetzt ist, fühlt sich schnell gemobbt. Allerdings hat nicht jedes in der Umgangssprache als Mobbing bezeichnete Verhalten auch rechtliche Konsequenzen. Das hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) in einem aktuellen Urteil klargestellt (8 AZR 351/15).23323359 © PrivatVergrößernMarcel Grobys ist Inhaber einer Kanzlei für Arbeitsrecht in München.Im Streitfall war eine Mitarbeiterin in einer sozialen Einrichtung als Sonderpädagogin tätig. Sie absolvierte bei ihrem Arbeitgeber unter anderem eine Zusatzausbildung für die Behindertenbetreuung. Als es mit dem Vorgesetzten zu Unstimmigkeiten über die Leistungen der Arbeitnehmerin kam, kündigte er die Ausbildungsvereinbarung und wies der Betroffenen andere Arbeiten zu. Diese wurden von ihr als zu schwer empfunden. In der Folgezeit sprach der Arbeitgeber zwei Abmahnungen aus, schließlich kündigte er das Arbeitsverhältnis fristlos. Die Mitarbeiterin verlangte daraufhin Schmerzensgeld, da sie gemobbt und dadurch krank geworden sei.

Quelle: Kolumne „Mein Urteil“: Wann wird aus normalem Streit Mobbing? – Mein Urteil – FAZ

Nachricht zum Beitrag an Netzwerk Arbeit senden: