Neue Erhebungen: Die Liebe der Deutschen zur Familie

Deutschland altert, Arbeitgeber ächzen unter dem demographischen Wandel. Doch daraus den Schluss zu ziehen, dass die Familiengründung bei den Deutschen unbeliebt geworden sei, wäre ein Fehler. Im Gegenteil: Die Familie nimmt in den Präferenzen der Deutschen einen ungebrochen hohen Stellenwert ein; darauf deuten mehrere aktuelle Erhebungen hin. Beruflicher Ehrgeiz und Karriereziele treten dagegen in den Hintergrund.Nadine BösNadine BösRedakteurin in der Wirtschaft. F.A.Z. Twitter Google+Zwar werden die Deutschen tendenziell immer später Eltern, doch führt das nicht dazu, dass sie generell auf eine eigene Familie verzichten. Das Statistische Bundesamt hat in einem aktuellen Aufsatz Mikrozensus-Zahlen ausgewertet und festgestellt, dass die wenigsten Frauen zum Zeitpunkt ihres 40. Geburtstags kinderlos sind. Der Anteil der Frauen der Geburtsjahrgänge 1970 bis 1974, die im Alter von 40 Jahren als Mutter in einer Familie lebten, ist mit drei Vierteln ähnlich hoch wie 15 Jahre zuvor, also bei der Betrachtung der Geburtsjahrgänge 1955 bis 1959 zum Zeitpunkt ihres 40. Geburtstags. „Die Lust der Deutschen, eine Familie zu gründen, ist ungebrochen“, sagt Tim Hochgürtel, Autor des Papiers. „Allerdings findet die Familiengründung heute etwas später im Leben statt.“Eine kürzlich veröffentlichte repräsentative Umfrage des Marktforschungsunternehmens Kantar Emnid unter 3200 Deutschen stützt Hochgürtels Ergebnis: Ein heiles Familienleben zu führen ist demnach – zusammen mit der Gesundheit – das mit Abstand wichtigste Lebensziel. 43 Prozent der Befragten nannten die Familie an erster Stelle. Wohlstand und beruflicher Erfolg sind nur für eine kleine Minderheit das Wichtigste. Sechs Prozent nannten einen guten Lebensstandard als oberstes Ziel, beruflicher Erfolg kam dahinter.

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Quelle: Neue Erhebungen: Die Liebe der Deutschen zur Familie

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