QWERTZ: Gute Gefühle dank I, O, M 

QWERTZ: Gute Gefühle dank I, O, M 

Es klingt ungeheuerlich: Wann immer wir online kommunizieren, eine Suchmaschine nutzen oder ein Video bewerten, werden unsere Eingaben manipuliert. Kein Virenscanner kann uns davor schützen, denn die Manipulation wirkt über die Hardware. Entwickelt wurde sie in den USA, wo auch sonst. Das allerdings ist fast 150 Jahre her und nicht einmal geheim: Es geht um die Anordnung der Buchstaben auf der Tastatur.

Im Jahr 2012 äußerten Wissenschaftler erstmals den Verdacht, die Tastaturbelegung könne einen Einfluss darauf haben, was Wörter und Texte in uns auslösen. Sie nannten das den Qwerty-Effekt, nach den ersten sechs Buchstaben auf der amerikanischen Standardtastatur. Zwei Forscher aus Deutschland und der Schweiz berichten nun, der Effekt reiche noch deutlich weiter: Er bestimme mit, wie gut uns etwa ein Film gefällt und welche Wörter wir nutzen, um das zu beschreiben. Dem Effekt zufolge kommt es darauf an, auf welcher Seite der Tastatur sich die verwendeten Buchstaben befinden. Wörter, die vorrangig aus Buchstaben der rechten Seite bestehen, lösen positivere Gefühle aus als Wörter, in denen die linksseitigen Buchstaben dominieren. Doch sind Tastaturen nicht bloße Mittel zum Zweck? So einfach ist das nicht. Über Jahrtausende wurde Sprache vor allem gesprochen. Viele Wörter erinnern daher klanglich an die Dinge, die sie bezeichnen, wie der “Kuckuck” und das “Summen” der Biene. Mittlerweile aber besteht ein Großteil unserer Kommunikation darin, auf Tastaturen zu tippen, statt zu reden. Natürlich wirkt sich dieser Kulturwandel auf die Sprache aus, alles andere wäre höchst verwunderlich.

Quelle: QWERTZ: Gute Gefühle dank I, O, M | ZEIT ONLINE

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