Vertrauenskultur in Unternehmen: Warum Chefs lernen müssen, ihren Mitarbeitern zu vertrauen

Wenn ein Mitarbeiter ins Home Office verschwindet, bekommt so mancher Chef Panik: “Jetzt kann der ja machen, was er will!” Richtig! Und im Idealfall will er genau das, wofür er bezahlt wird. Doch wie baut man Vertrauen auf – und geht es wirklich ganz ohne Kontrolle?Wenn ein Mitarbeiter ins Home-Office verschwindet, bekommt so mancher Chef Panik: „Jetzt kann der ja machen, was er will!“ „Richtig!“, sagt Diplom-Psychologin Judith Klups. „Und im Idealfall will er genau das, wofür er bezahlt wird.“Viele Chefs fürchten einen vermeintlichen Kontrollverlust, wenn sie nicht mehr sehen können, was ein Mitarbeiter tut. Kümmert er sich eher um das Projekt Wäscheberg anstatt um sein Arbeitsprojekt? Bespaßt er seine Kinder, anstatt sich um Kunden zu kümmern?Ein Umdenken ist gefragt. Denn: Vor allem junge hochqualifizierte Bewerber machen ihre Entscheidung für einen Job heute oft davon abhängig, ob ein Unternehmen flexible Arbeitsmodelle unterstützt.Im Interview erklärt die Diplom-Psychologin Judith Klups, warum Chefs an der Vertrauenskultur im Unternehmen arbeiten müssen – und wie das in der Praxis aussehen kann.impulse: Frau Klups, warum spielt Vertrauen beim Thema Home-Office eine so große Rolle? Im Büro steht man ja auch nicht ständig hinter seinem Mitarbeiter und guckt, ob der auch fleißig arbeitet.Judith Klups: Das stimmt. Viele Führungskräfte geben sich aber einer Illusion hin: Wer da ist, der arbeitet. Das ist natürlich Quatsch. Nur davon, dass ein Mitarbeiter acht Stunden lang an seinem Arbeitsplatz sitzt, erledigt er seinen Job nicht. Aber erst wenn der Mitarbeiter von zuhause aus arbeitet, stellen sich die Chefs die Frage: Vertraue ich ihm wirklich?Und wie lautet die Antwort?Erschreckend häufig lautet sie nein. Ich hatte letztens eine Führungskraft in einem Training, die sagte: „Wenn wir Home-Office machen, dann brauche ich Überwachungskameras.“ Da gibt es dann ein ganz grundsätzliches Problem mit den Führungswerten. Bei flexiblen Arbeitsmodellen braucht man aber echtes Vertrauen – nicht fadenscheiniges und oberflächliches.

Quelle: Vertrauenskultur in Unternehmen: Warum Chefs lernen müssen, ihren Mitarbeitern zu vertrauen | impulse

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