Viele Menschen denken, unsere Aufgabe bestehe auch darin, einen Brief zu übersetzen, oder Dinge zu erklären. Das stimmt nicht.
Vor einiger Zeit wurden wir von einem Ehepaar um Unterstützung gebeten. Man kannte uns, weil ein zufriedener Kandidat aus der Personalvermittlung uns empfohlen hat. Beide leben dauerhaft im Ausland und besitzen eine Immobilie in Deutschland.
Ein Schreiben einer deutschen Behörde sorgte für große Unsicherheit. Die Eigentümer verstanden den Inhalt nur teilweise und wussten nicht, wie sie reagieren sollten.
Am Anfang erhielten wir lange Nachrichten mit vielen Informationen gleichzeitig. Wir schrieben in deutscher Sprache, wenn es notwendig war, aber auch in spanischer und arabischer Sprache. Manche Aussagen widersprachen sich, andere waren unvollständig. Das ist vollkommen normal, wenn Sprache und unterschiedliche Verwaltungssysteme aufeinandertreffen.
Deshalb haben wir unsere Arbeitsweise geändert.
Wir stellten nicht zehn Fragen auf einmal, sondern immer nur eine einzige Frage. Das Ehepaar erhielt also mehr als 10 E-Mails, mit jeweils nur einer einzigen Frage. Erst nachdem diese beantwortet war, folgte die nächste.
Aus vielen einzelnen Antworten entstand Schritt für Schritt ein vollständiger und nachvollziehbarer Sachverhalt. Am Ende konnten wir eine sachliche Stellungnahme erstellen, die die Eigentümer geprüft und freigegeben haben. Erst danach wurde sie an die Behörde übermittelt.
Kurz darauf erhielten wir eine Nachricht, die uns besonders gefreut hat:
„Vielen Dank für Ihre Hilfe; ich weiß nicht, wie ich mich für diesen Gefallen revanchieren soll.“
Dabei war es gar kein Gefallen. Wir wollten helfen, weil wir erkannten, helfen zu können, und wir wurden – ohne über den Preis zu diskutieren – für unsere Leistung bezahlt.
Es war genau die Aufgabe, die wir übernehmen. Wir übersetzen nicht nur Wörter.
Wir helfen Menschen dabei,
- deutsche Schreiben zu verstehen,
- Verwaltungsverfahren nachzuvollziehen,
- Missverständnisse zu vermeiden,
- Informationen zu ordnen und
- sicher mit Behörden, Unternehmen und anderen Ansprechpartnern zu kommunizieren.
Oft ist genau das der entscheidende Unterschied.
Denn viele Probleme entstehen nicht durch fehlenden guten Willen, sondern dadurch, dass Informationen verloren gehen oder falsch verstanden werden.
Kommunikation schafft Vertrauen. Vertrauen schafft Lösungen.
Nicht jede Unterstützung endet mit einem Arbeitsvertrag. Manchmal beginnt sie damit, dass Menschen endlich verstehen, was von ihnen erwartet wird.